Silber konnte im Altertum noch direkt an der Erdoberfläche oder in sehr geringer Tiefe gefunden werden. Das
Edelmetall wird schon seit 5000 v. Chr. von Menschen verarbeitet. Um 600 v. Chr. stieg seine Bedeutung, als die
Griechen die ersten Silbermünzen herstellten. Hinsichtlich dieser Nutzung als Geldmetall hatte Silber bis ins
20. Jahrhundert hinein größere Bedeutung als Gold. Der Kongress der Vereinigten Staaten entschied 1792,
das ausgegebene Geld durch Gold und Silber zu decken. Der zu dieser Zeit eingeführte Silberdollar wurde noch
bis 1965 hergestellt. Gegenwärtig sind nur noch in Mexiko Silbermünzen im Umlauf.
Silber überflügelt alle anderen Metalle in punkto Helligkeit der Farbe, Polierfähigkeit und
Reflexionsvermögen. Das weiße Metall hat zudem die höchste Leitfähigkeit aller Metalle für
Elektrizität und Wärme. Es ist leicht zu verarbeiten und reagiert nur mit einigen wenigen chemischen
Substanzen. Da Silber in Reinform zu weich ist, wird es als Legierung mit Kupfer verwendet. Unter der in der
Schmuckindustrie verwendeten Bezeichnung "Sterling Silber" ist eine Legierung mit einem Silberanteil von mindestens
92,5 % (d. h. 925) und Kupfer gemeint. Kupfer benutzt man, da es die Farbe des Silbers nicht verändert.
Reines Silber (so genanntes gediegenes Silber) ist in der Natur noch rarer als Gold. Silber wird daher verstärkt
bei der Förderung von Basismetallen gewonnen. Silbererze sind häufig mit Bleierzen vermischt. In den USA
fällt etwa 50 % der Silberminenproduktion als Nebenprodukt von Kupfer, Blei und Zink an. Dieser Trend dürfte
sich in Zukunft noch verstärken. Jährlich gewinnt man beinahe 20.000 Tonnen.
Größter Silberproduzent ist Mexiko mit 15 % Marktanteil vor Peru (14 %), Australien (12 %), China und den
USA (je 11 %). Etwa 25 % der Silberproduktion stammt aus dem Recycling von silberhaltigem Schrott. In den letzten Jahren
nahm diese Quote beständig zu.
43 % der Weltproduktion werden in der Industrie verarbeitet. Da Bakterien und Keime auf einer Silberoberfläche nicht
überleben können, wird Silber in der Lebensmitteltechnik, der chemischen Industrie und der Pharmazie eingesetzt.
Auch in der Elektrotechnik, beispielsweise bei der Batterieherstellung, findet Silber Anwendung. Der Anteil der Herstellung
von Schmuck- und Silberwaren (z. B. Besteck) beläuft sich auf 30 %. Dieser Bereich bleibt verhältnismäßig
konstant.
Die Fototechnik ist mit 22 % drittwichtigster Abnehmer. Sie wird allerdings aufgrund der Verdrängung herkömmlicher
Fotoapparate durch Digitalkameras immer weniger wichtig. In die Herstellung von Münzen und Medaillen schließlich
fließen ungefähr 4 % der Silberproduktion.
Schon seit vielen Jahren übertrifft die Nachfrage nach Silber das Angebot. Der Silberpreis befindet sich daher in einem
stabilen Aufwärtstrend, zumal auch die Reserven diverser Börsen und Staaten fast vollständig verbraucht sind.
Erfolgreiche Investoren wie Warren Buffet und George Soros sollen in Silber und Silberaktien investiert sein.
Bedeutendste Märkte für den Handel von Silber:
New York Mercantile Exchange (COMEX)
Chicago Board of Trade
London Bullion Market
Tokyo Commodity Exchange
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Börsenlexikon