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Berliner Morgenpost


Der direkte Draht zur Börse

19.02.2000   

Berliner trading-house bietet Schulungen für private Kleinanleger



Von Stefan Marx
Die Berliner trading-house.net setzt weiter auf das in Deutschland zunehmende "Day-Trading". Dabei handeln Kleinanleger privat per Direktleitung an der Börse. Das nach eigenen Angaben in Deutschland führende Day-Trading-House eröffnet an diesem Sonnabend an der Friedrichstraße das bundesweit erste Schulungszentrum für private Anleger, die sich in den schnellen Spekulationsgeschäften an der Börse versuchen. "Das Geschäft boomt, die privaten Daytrader müssen in Schulungen aber auf diesen hochspekulativen Handel gut vorbereitet werden", erklärt trading-house-Sprecherin Melanie Epp. Wer sich als Day-Trader im Börsengeschäft versuchen will, dem rät sie zu einem Einsteigerkursus. Was bisher Kreditinstituten vorbehalten war, kann jetzt jeder: Von den Kursschwankungen der Börse profitieren und in Sekundenschnelle reagieren. Beim Day-Trading machen private Anleger Börsengeschäfte am Computer per Mausklick und Direktleitung zur Börse. In zur Verfügung gestellten Handelsräumen reagieren sie auf kleinste Schwankungen, wetten auf die nächsten Minuten und sind dann einige Tausend DM reicher oder ärmer. Die Anlegen können ohne Zeitverzögerung und Umweg über eine Bank handeln. Zum Kauf und Verkauf von Terminprodukten nutzen sie die vollelektronische Anbindung an Börsen und Informationssysteme. Zuvor legen die Schnellhändler ein Konto mit einer Mindestanlage an. Die Berliner trading-house.net AG war im Oktober 1998 gestartet. Das Unternehmen bietet bisher den Handel mit Dax-Futures und Aktienoptionen an, will die Auswahl aber in Zukunft erweitern. Vor dem Umzug an die Friedrichstraße hatte das Unternehmen seinen Firmensitz in Räumen der Berliner Wertpapierbörse. Neben dem Day-Trading-Handelshaus in Berlin betreibt trading-house ein weiteres Haus in München. Demnächst sollen auch der Handel auf dem amerikanischen Markt sowie eine Verlängerung der Handelszeiten bis 22.00 Uhr in Angriff genommen werden.

Von den ursprünglich schnellen Expansionsplänen, über ein Franchise-System möglichst alle zwei Wochen in einer anderen Stadt präsent zu sein, habe man Abschied genommen. Künftig will die trading-house.net AG, die inzwischen etwa 250 Kunden hat, nur noch mit eigenen Häusern expandieren. Nahe Ziele seien Standorte in Frankfurt, Stuttgart und Hamburg. Außerdem sei ein Handelshaus auf Mallorca in der Planung. Mit Blick auf die vom Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen angegangenen Kontrollen von Day-Trading-Anbietern in Deutschland sagte Melanie Epp, derzeit werde ein Antrag durch das Amt geprüft.

Day-Trading ist in den U.S.A. bereits seit 1992 verbreitet. Vorreiter für diese neue Boombranche in Deutschland war trading-house-Chef Rafael Müller. Er ist zusammen mit der Mitgründerin und Medienwissenschaftlerin Melanie Epp sowie einem privaten Geldgeber Eigentümerin des Unternehmens, das "relativ flott" die Gewinnzone erreicht habe. trading-house startet jetzt auch mit Mitarbeiterbeteiligungen. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 20 Mitarbeiter. Mit dem eigenen Börsengang hat es trading-house.net nicht eilig. Dies sei in den "kommenden sechs bis 24 Monaten" möglich, meinte Melanie Epp. Man wollte nichts überstürzen.
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Börsen-Nachrichten----trading-house wird Direkt-Broker

20.09.2000   

dpa Berlin- Die als Day-Trader gestartete Berliner trading-house.net AG steigt ins Direktbank-Geschäft ein und will im kommenden Jahr selbst an die Börse. 2001 werde eine eigene Banklizenz beantragt, um alle Dienstleistungen aus einer Hand anbieten zu können, teilte das Unternehmen mit.
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