Berliner trading-house bietet Schulungen für private Kleinanleger
Von Stefan Marx
Die Berliner trading-house.net setzt weiter auf das in Deutschland zunehmende "Day-Trading".
Dabei handeln Kleinanleger privat per Direktleitung an der Börse. Das nach eigenen Angaben in
Deutschland führende Day-Trading-House eröffnet an diesem Sonnabend an der Friedrichstraße das
bundesweit erste Schulungszentrum für private Anleger, die sich in den schnellen Spekulationsgeschäften
an der Börse versuchen. "Das Geschäft boomt, die privaten Daytrader müssen in Schulungen aber auf diesen
hochspekulativen Handel gut vorbereitet werden", erklärt trading-house-Sprecherin Melanie Epp. Wer sich
als Day-Trader im Börsengeschäft versuchen will, dem rät sie zu einem Einsteigerkursus.
Was bisher Kreditinstituten vorbehalten war, kann jetzt jeder: Von den Kursschwankungen der Börse
profitieren und in Sekundenschnelle reagieren. Beim Day-Trading machen private Anleger Börsengeschäfte am
Computer per Mausklick und Direktleitung zur Börse. In zur Verfügung gestellten Handelsräumen reagieren
sie auf kleinste Schwankungen, wetten auf die nächsten Minuten und sind dann einige Tausend DM reicher
oder ärmer. Die Anlegen können ohne Zeitverzögerung und Umweg über eine Bank handeln. Zum Kauf und Verkauf
von Terminprodukten nutzen sie die vollelektronische Anbindung an Börsen und Informationssysteme. Zuvor
legen die Schnellhändler ein Konto mit einer Mindestanlage an.
Die Berliner trading-house.net AG war im Oktober 1998 gestartet. Das Unternehmen bietet bisher den Handel
mit Dax-Futures und Aktienoptionen an, will die Auswahl aber in Zukunft erweitern. Vor dem Umzug an die
Friedrichstraße hatte das Unternehmen seinen Firmensitz in Räumen der Berliner Wertpapierbörse. Neben dem
Day-Trading-Handelshaus in Berlin betreibt trading-house ein weiteres Haus in München. Demnächst sollen
auch der Handel auf dem amerikanischen Markt sowie eine Verlängerung der Handelszeiten bis 22.00 Uhr in
Angriff genommen werden.
Von den ursprünglich schnellen Expansionsplänen, über ein Franchise-System möglichst alle zwei Wochen in
einer anderen Stadt präsent zu sein, habe man Abschied genommen. Künftig will die trading-house.net AG, die
inzwischen etwa 250 Kunden hat, nur noch mit eigenen Häusern expandieren. Nahe Ziele seien Standorte in
Frankfurt, Stuttgart und Hamburg. Außerdem sei ein Handelshaus auf Mallorca in der Planung. Mit Blick auf
die vom Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen angegangenen Kontrollen von Day-Trading-Anbietern in
Deutschland sagte Melanie Epp, derzeit werde ein Antrag durch das Amt geprüft.
Day-Trading ist in den U.S.A. bereits seit 1992 verbreitet. Vorreiter für diese neue Boombranche in
Deutschland war trading-house-Chef Rafael Müller. Er ist zusammen mit der Mitgründerin und Medienwissenschaftlerin
Melanie Epp sowie einem privaten Geldgeber Eigentümerin des Unternehmens, das "relativ flott" die Gewinnzone
erreicht habe. trading-house startet jetzt auch mit Mitarbeiterbeteiligungen. Das Unternehmen beschäftigt derzeit
rund 20 Mitarbeiter. Mit dem eigenen Börsengang hat es trading-house.net nicht eilig. Dies sei in den "kommenden
sechs bis 24 Monaten" möglich, meinte Melanie Epp. Man wollte nichts überstürzen.
dpa Berlin- Die als Day-Trader gestartete Berliner trading-house.net AG steigt ins
Direktbank-Geschäft ein und will im kommenden Jahr selbst an die Börse. 2001 werde
eine eigene Banklizenz beantragt, um alle Dienstleistungen aus einer Hand anbieten zu
können, teilte das Unternehmen mit.