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Die Welt


Behörde überprüft die schnelle Mark im Daytrading-Center

18.11.1999   
Das schnelle Geld per Mausklick, das versprechen viele Daytrading-Cener ihren Kunden. Immer mehr Unternehmen bieten diese riskanten Finanzgeschäfte mit direkten Draht zur Börse an. Diese ruft das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen auf den Plan. Künftig will das Amt Daytrading-Center genau unter die Lupe nehmen. "Die Tätigkeit der Center als Finanzdienstleister muss angesichts hoher Risiken für die Anleger von uns genehmigt werden. Unerlaubtes Betreiben ist ein Strafbestand", sagt die Sprecherin des Bundesaufsichtsamts Sabine Lautenschläger.
Vielen Betreibern der Daytrading-Center sei bisher nicht klar gewesen, dass sie unter die Bankenaufsicht fallen. Sie bieten wie ein Gewerbe Finanzdienstleistungen im Bereich Anlagevermittlung und fallen damit aus Sicht des Amtes unter das Gesetz über das Kreditwesen. Vier Daytrading-Center haben beim Aussichtsamt eine Erlaubnis beantragt. Die einzige Berliner Firma sei bisher die trading-house.net AG.
Bei der trading-house.net sind in den Büros und vor dem PC zu Hause 250 Berliner Daytrader online mit der vollelektronischen Terminbörse Eurex verbunden und handeln Terminkontrakte. Die Anleger mieten eine Computer-Arbeitsplatz mit Internetzugang und werden in Seminaren geschult.
Die Geschäftsführerin der Berliner trading-house.net, Melanie Epp, begrüßte die stärkere Kontrolle durch das Aufsichtsamt für das Kreditwesen: "Zwar mussten wir eine ganzen Ordner Nachweise als Antrag einreichen, aber eine genaue Prüfung der Firmen schließt Abzocker vom Markt aus. Durch solche schwarzen Schafe kommt die Branche in Verruf." Für den bisher einzigen Berliner Anbieter läuft derzeit das Genehmigungsverfahren. Die Geschäfte würden vor der endgültigen Genehmigung unter einer Ausnahmevorschrift weitergeführt. Die gilt, wenn ein Center auf Rechnung eines zugelassenen Instituts Handel betreibt. Antragsteller werden jetzt einer genauen Prüfung unterzogen. "Wir kontrollieren, ob das Unternehmen solide ist", sagt Frau Lautenschläger. Geschäftführer und Anteilseigner dürfen nicht vorbestraft sein. Anteilseigner müssen ein Vermögen in Höhe von 50 000 Euro nachweisen. Das Amt prüfe außerdem, ob der Geschäftsplan schlüssig ist. Die Center müssen außerdem beim Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel ihre Aufklärungsarbeit über hohe Verlustrisiken darstellen. Erste Genehmigung für Daytrading-Center sollen in zwei bis drei Monaten vorliegen.

Direkt zur Börse



Der Begriff des Daytraders kommt aus dem Amerikanischen. In den USA bewegen Daytrader bereits ein Viertel des Aktiemarktes. Seit dem Anschluss der Börse ans Internet ist Daytrading auch in Deutschland möglich. 250 Berliner Daytrader sind bereits im Geschäft. Über einen Mausklick kaufen und verkaufen sie im Sekundentakt Wertpapiere und Terminkontrakte. Über kurzfristige Kursschwankungen können sie Tausende Mark gewinnen oder verlieren. Die Händler der trading-house.net nutzen die vollelektronische Terminbörse Eurex für Kauf-oder Verkaufkontrakte von Dax Future, SMI Future oder Bund Future. Die Daytrading Zentralen vermieten den Privatanlegern Arbeitsplätze, Internet-Anschluss und die Handelssoftware eines zugelassenen Wertpapierhändlers. Dieser Händler verwaltet Konten und Depots der Privatanleger. Die Tageshändler müssen bei den Wertpapierhändlern eine Sicherheitseinlage hinterlegen - bei den meisten Anbietern um 50 000 Mark. Wenn die Daytrader die halbe Einlage verloren haben, werden ihre Konten gesperrt. Dadurch wird das Verlustrisiko gemindert.
Seriöse Daytrading-Zentralen bieten Seminare über den Finanzmarkt und Trockentraining an, bevor sie die Händler online in die Börse einsteigen lassen. Etwa ein Drittel der Daytrader muss nach kurzer Zeit das Geschäft wieder aufgeben.
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Day-Trading-Zentrum

19.02.2000   

Börsenhandel



Das Berliner Day-Trading-Zentrum trading-house.net setzt weiter auf das in Deutschland zunehmende "Day-Trading". Dabei handeln Kleinanleger privat oder per Direktleitung an der Börse. Das nach eigenen Angaben in Deutschland führende Day-Trading-House eröffnet heute an der Friedrichstraße das bundesweit erste Schulungszentrum für private Anleger, die sich in den schnellen Spekulationsgeschäften an der Börse versuchen. "Das Geschäft boomt. Die privaten Daytrader müssen in Schulungen aber auf diesen hochspekulativen Handel gut vorbereitet werden", erklärte trading-house-Sprecherin Melanie Epp. Ein Einsteigerkurs sei auf jeden Fall Pflicht.
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Berliner Daytrader müssen sich über die Baisse retten

11.01.2001   

Trübe Stimmung an der Börse bremst das Wachstum - Mehr Schulungen - Auch Fondsmanagement wird angeboten



Der Abwärtstrend an den Börsen zwingt auch die Berliner Daytrading-Anbieter zu neuen Konzepten. Mit der Verbreiterung ihres Produktangebots und der Generierung zusätzlicher Umsätze über das Angebot kostenpflichtiger Schulungen wollen die Handelshäuser die derzeitige Baisse überstehen und ihre Robustheit gegenüber künftigen Börsenschwankungen stärken. Von einem Einbruch der Daytrading-Szene in Berlin spricht man bei trading-house, D-Trade und Actior zwar nicht. Der Rückgang der Zuwachsraten zeigt aber, dass auch die Daytrading-Anbieter unter der getrübten Börsenstimmung leiden. Dabei müsste eine schwache Börse das Geschäft der Handelshäuser eigentlich stärken, denn mit dem Handel von Futures und Optionen kann man auch bei fallenden Kursen Geld verdienen. "Wenn sich die Kurse bewegen, ist unseren Kunden die Richtung eigentlich egal", beschreibt René Mahlstedt, Centermanager im Handelsraum von Actior in der Bleibtreustraße, den prinzipiellen Vorteil der von Daytradern bevorzugten Produkte. So habe auch kaum einer der Stammkunden seinen angemieteten Handelsplatz aufgegeben. Die Kursverluste im Jahr 2000 haben aber das Wachstum der Handelshäuser gebremst. Konnte die trading-house.net AG mit ihren drei Berliner Handelsräumen - gegenüber der Berliner Börse in der Fasanenstraße, in der Friedrichstraße und einer Villa im Grunewald - von März bis Oktober 1999 ihre Umsätze noch Monat für Monat verdoppeln, so liegt die Wachstumsrate der bundesweit mit insgesamt sieben Centern agierenden Gesellschaft jetzt bei etwa 20 bis 30 Prozent. Geschäftsführer Rafael S. Müller führt das zum Teil auf fehlende Liquidität potenzieller Neukunden zurück. Viele Anleger, die derzeit noch in Aktien halten, würden auf steigende Kurse warten, um die Realisierung ihrer Buchverluste zu vermeiden. An der bundesweiten Expansionsstrategie will trading-house dennoch festhalten: Morgen wird ein Center in Freiburg im Breisgau eröffnet. Weitere Handelsräume sollen über Joint-Ventures mit verschiedenen Partner folgen. Dabei tritt die Berliner Aktiengesellschaft je nach Konzept nur als am Umsatz beteiligte Partner im Hintergrund auf oder sie fungiert als Namensgeber mit Kapitalbeteiligung. Das entscheidende Kriterium ist laut Müller, in welchem Umfang der jeweilige Partner Schulungen und Informationsveranstaltungen in seinem Center plane. Es reiche heute nicht mehr, nur schnelle Computer mit direkter Börsenanbindung aufzustellen, betont er die gestiegene Bedeutung der Kundenbetreuung. Inzwischen generiert trading-house fünfzig Prozent der Umsätze mit Seminaren und Fortbildungen. In den ersten Monaten nach der Gründung im Oktober 1998 hatten die Handelserlöse noch 90 Prozent ausgemacht.
Bei D-Trade im BMW-Haus am Kurfürstendamm hat sich die Börsenschwäche bisher nicht negativ ausgewirkt. "Die Zahl der Neukunden und das Interesse haben sich nicht verändert", freut sich Pressesprecher Wieland Steinich über den stabilen Zuwachs. Die Auslastung der Handelsplätze in Berlin betrage achtzig Prozent. Dennoch will man D-Trade die Abhängigkeit vom Daytrading durch den Aufbau weiterer Standbeine verringern. Schon heute sind Aktien und Optionen zusammen genau so umsatzrelevant wie der Futurehandel. Langfristig will sich das Handelshaus als Vermögensverwalter etablieren, das Grundkonzept soll innerhalb der nächsten zwei bis drei Monate entwickelt werden. Einen Wachstumsschub erhofft man sich insbesondere vom Einstieg in das Fondsmanagement, wenn ab 2002 im Rahmen der privaten Altersvorsorge auch Fonds der steuerlichen Förderung unterfallen.
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Day-Trading-Anbieter geht jetzt selbst an die Börse

Erstnotiz für Trading-house.net für 27. November geplant



Berlin - Die als so genannter Day-Trader gestartete Berliner Trading-house.net geht noch in diesem Jahr selbst an die Börse. Nach einer Privatplatzierung von Aktien im Vorfeld des Börsengangs ist die Erstnotiz im Frankfurter Freiverkehr für den 27. November geplant, teilte Trading-house.net gestern in Berlin mit. Angesichts der eher geringen Aktienzahl sei im kommenden Frühjahr die Ausgabe von Gratisaktien im Verhältnis von etwa 1:9 geplant. Dadurch werde nicht nur der optisch hohe Preis von derzeit 68,50 Euro (134,30 DM) erheblich reduziert. Auch erhöhe sich die Zahl der Aktien auf mehr als 2,5 Millionen Stück. Mit dem Erlös des Börsenganges werde unter anderem der europaweite Ausbau von Trading-Centern finanziert.
Das Unternehmen plant unter dem Domainnamen "direktbroker.de" auch den Einstieg in das Online-Bankgeschäft. Im kommenden Jahr soll eine eigene Banklizenz beantragt werden.

Trading-house.net hatte 1998 das erste Day-Trading-Center in Deutschland eröffnet, in dem Kleinanleger privat per Direktleitung an der Börse handeln. Beim Day Trading machen private Anleger in Sekundenschnelle Börsengeschäfte am Computer per Mausklick.
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