Helmut Schmidt: An europäischer Integration führt kein Weg vorbei
am 04.07.2012 Helmut Schmidt hält die Marginalisierung für die "wichtigste und zugleich bedrohlichste Veränderung" für die europäische Kultur.Diese sei den europäischen Nationen überhaupt noch nicht bewusst, die Konsequenz dagegen bereits heute deutlich zu erkennen: "Entweder setzen wir unsere Finanzkrise fort und kämpfen als einzelne Staaten um unser nationales Schicksal - mit schwindender Aussicht auf Erfolg. Oder wir finden zurück zum Konzept des fortschreitenden europäischen Verbundes", so Helmut Schmidt in der aktuellen Ausgabe der "Zeit". Aber auch dann sei der Erfolg nicht binnen weniger Jahre zu erwarten. Notwendig sei die Erkenntnis, so Schmidt weiter, dass "in diesem Jahrhundert die weltweiten Prozesse uns Europäer gebieterisch zum Zusammenschluss drängen" werden. "Wir wollen unsere nationalen Identitäten bewahren - aber wir werden sie überwölben müssen durch das gemeinsame Zusammengehörigkeitsbewusstsein der Europäer. Wir werden allerdings lernen müssen, den Aufstieg Chinas, Indiens oder Brasiliens in Gelassenheit zu ertragen - und ebenso den Aufstieg Indonesiens und ebenso anderer muslimischer Staaten. Und die Europäische Union wird kaum zu einer Weltmacht zusammenwachsen", so Helmut Schmidt.
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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